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Masayo Odahashi „Blick nach Innen” 25. Oktober 2009 - 10. Januar 2010
Erstmals werden in Deutschland in einer großen Einzelausstellung Skulpturen der japanischen Künstlerin Masayo Odahashi gezeigt. Unter dem Titel „Blick nach Innen” stellt die Galerie B, Glas der Gegenwart in Sinzheim/Baden-Baden vom 25. Oktober 2009 bis zum 10. Januar 2010 die aktuellen Arbeiten von Masayo Odahashi aus. Die Ausstellung ist im Anschluss im Glasmuseum Ebeltoft in Dänemark zu sehen (12. Februar 2010 bis 13. Juni 2010).
Die 1975 in Mie in Japan geborene Künstlerin fasziniert die Menschen mit der Ausdrucksweise ihrer Skulpturen. Dagmar Brendstrup, die Direktorin des Glasmuseums Ebeltoft: „Diese meditativen kleinen Skulpturen machen großen Eindruck auf alle, die sie sehen. Sie erzeugen eine intensive Nähe und laden den Betrachter zum Reflektieren ein.“ Masayo Odahashi ist mit zahlreichen Preisen geehrt worden, unter anderem mit dem Internationalen Glaspreis von Kanazawa.
Masayo Odahashi findet die Themen im täglichen Leben. Meist ohne große Bedeutung auf den ersten Blick. Das können Farben sein, Formen, etwas Altes, Erinnerungen, einige traditionelle japanische Märchen. „Ich greife das auf, versuche einige Punkte zu kombinieren und schließlich entsteht eine Form daraus. Meine Arbeit ist auch wichtig für mich selbst“, sagt die junge Künstlerin.
Sie erzählt vom Märchen mit dem weißen Hasen und von den Fahrten mit ihren Eltern zum Ise-Schrein. Mit zarten Gesten und einem herzlichen Lächeln streicht sie ihre schwarzen Haare zurück und nimmt die Komplimente für ihre Kunstwerke etwas verlegen entgegen. Vorwiegend in einem Studio in Kanazawa entstehen ihre Pate-de-Verre Arbeiten, die Menschen aus aller Welt von unterschiedlichen Kulturen faszinieren. Mädchen, nachdenklich und fast meditierend, junge Frauen mit hochgestecktem Haar, die wie Engel aussehen. Und dann die Dualität: das Mädchen und der Hase gegenüber in einem Boot, der Mann und der Hase. Oft sind es zwei Wesen, die sich gegenüberstehen. Für Masayo Odahashi ist es freilich immer eine Person im Spiegelbild, zwei Seiten des Lebens, zwei Seiten einer Persönlichkeit.
Zur Einführung spricht Dagmar Brendstrup, Direktorin des Glasmuseums Ebeltoft (Dänemark). Sinzheim/Baden-Baden, September 2009
Auszug Badisches Tagblatt vom 31. Oktober 2009 www.badisches-tagblatt.de
Grüner Tee auf dem Weg nach Jokkaichi Eine Begegnung mit der japanischen Künstlerin Masayo Odahashi
Die Fahrt von der alten Kultur- und Kaiserstadt Kyoto ins kleine japanische Industriestädtchen Jokkaichi führt an unzähligen Tee- und Reisfeldern vorbei. In einem unglaublich intensiven frischen Grün hangeln sich die Teefelder wie flauschige Röhren entlang der Hänge rechts und links der kleinen Straßen. Das ist die Region, in der der weltberühmte und auch einer der weltbesten grünen Tees angebaut wird. „Cha“ und manchmal auch liebevoll „Ocha“ sagen die Japaner zu ihrem grünen Tee. Grüner Tee ist Nationalgetränk und längst so etwas wie ein Kulturgut. Ein chinesischer Priester hatte die Pflanzen im 12. Jahrhundert hierher in den Südwesten von Kyoto gebracht. Die Tradition wird noch heute wie vor tausend Jahren gepflegt.
Viele Dörfer und Städte in dieser Region wirken auf den ersten Blick architektonisch eher unscheinbar, doch diese Gegend hat eine einzigartige Ansammlung von historischen Tempeln und Schreinen. Der Ise-Schrein aus dem sechsten Jahrhundert gehört dazu. Mitten in einem wunderschönen Naturpark ist eine der großen Attraktionen dieser Landschaft. Er birgt das wichtigste Shinto-Heiligtum. Von hier ist es nicht weit bis zu Masayo Odahashis Heimatort Jokkaichi. Es ist ein regnerischer Sonntagmorgen im Mai. Die gut ausgebauten Highways bei Kyoto füllen sich erst langsam mit Ausflüglern.
Jokkaichi ist von seinem Ursprung als Marktstadt für die gesamte Region bedeutend geworden, heute sind hier vorwiegend Industrieunternehmen aus der Chemie- und Elektronikbranche angesiedelt. Es wirkt noch alles ruhig und gemächlich an diesem Morgen. Dann steht sie da: Masayo Odahashi. Fast ein wenig schüchtern mit einem herzlichen freundlichen Lächeln. Die ersten zehn Arbeiten für die Ausstellung sind fertig. In einem kleinen Lagerhaus hat Masayo die Werke aufgebaut. Mädchen, die still und in sich ruhend dasitzen. Fast glaubt man Masayo Odahashi in diesen Arbeiten wieder zu erkennen. Nein, das sind keine Selbstporträts, aber in allen Arbeiten findet sich etwas von der Art und Philosophie der jungen Künstlerin- vielleicht auch von ihren Gesten. Zurückhaltend erzählt sie mit leiser Stimme von ihren Ideen und Inspirationen. Ihre Kunstwerke sind Kommunikation ohne Worte. Masayo Odahashi findet die Themen im täglichen Leben. Meist ohne große Bedeutung auf den ersten Blick. Das können Farben sein, Formen, etwas Altes, Erinnerungen, einige traditionelle japanische Märchen. „Ich greife das auf, versuche einige Punkte zu kombinieren und schließlich entsteht eine Form daraus. Meine Arbeit ist auch wichtig für mich selbst “ sagt die junge Künstlerin. Sie erzählt vom Märchen mit dem Weißen Hasen und von ihren Fahrten mit Ihren Eltern zum Ise-Schrein. Mit zarten Gesten und einem herzlichen Lächeln streicht sie ihre schwarzen Haare zurück und nimmt die Komplimente für Ihre Kunstwerke etwas verlegen entgegen.
Vorwiegend in einem Studio in Kanazawa entstehen ihre Pate-de-Verre Arbeiten, die Menschen aus aller Welt von unterschiedlichen Kulturen faszinieren. Diese Mädchen, nachdenklich und fast meditierend. Junge Frauen mit hochgestecktem Haar, die fast wie Engel aussehen. Und dann die Dualität. Das Mädchen und der Hase gegenüber in einem Boot, der Mann und der Hase. Oft sind es zwei Wesen, die sich gegenüberstehen. Für Masayo Odahashi ist es freilich immer eine Person im Spiegelbild, zwei Seiten des Lebens, zwei Seiten einer Persönlichkeit. Da ist dann plötzlich wieder der Hase, von dem sie vorher aus ihren Kindheitsbegegnungen mit den Märchen erzählt hatte. Können die Kunstwerke von Masayo Odahashi eine Brücke zwischen Menschen und unterschiedlichen Kulturen bilden? Die Antwort kommt nach kurzem Nachdenken: „Das hängt immer vom Betrachter ab. Ich kann nur meine Ideen und meine Energie in das Kunstwerk einbringen, kann aber nicht beeinflussen, was daraus entsteht. Ich hoffe und wünsche mir, dass eine Brücke entsteht“. Und wie würde Masayo Odahashi selbst das Konzept der gemeinsamen Ausstellung in der Galerie B in Sinzheim/Baden-Baden und im Museum Ebeltoft beschreiben? „Vielleicht ist es der Blick nach innen...“ sagt Masayo leise. So war der Titel für die Ausstellung geboren: Der Blick nach innen.
Ich freue mich sehr auf diese außergewöhnliche Ausstellung in Sinzheim/Baden-Baden und in Ebeltoft. Das gemeinsame Projekt mit dem renommierten Museum in Ebeltoft ist auch eine Ehre für mich. Ich bedanke mich bei Dagmar Brendstrup für ihr großes Vertrauen und die großartige Zusammenarbeit. Ebenso möchte ich mich bei Frau Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek von der Alexander Tutsek-Stiftung in München für ihren Katalogbeitrag bedanken. In einer Ausstellung der Alexander Tutsek-Stiftung habe ich die Arbeiten von Masayo Odahashi zum erstenmal entdeckt. Mein Dank gilt auch meinem Mann Horst und dem Künstler Masahiro Hachida aus Kyoto, die mir bei den Gesprächen und Vorbereitungen in Japan sehr geholfen haben. Von Masa haben wir gelernt, wo einer der besten grünen Tees der Welt wächst und wie wichtig er für die japanische Kultur ist.
Herzlichen Dank. Arigato-gozaimas! Barbara Koppelstätter, Galerie B, Glas der Gegenwart
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