Glas kannten schon vor mehr als 4000 Jahren die Ägypter. Im 20. Jahrhundert bestimmten bis in die 50er Jahre die großen Manufakturen die Glaskunst. Erst mit der Erfindung des kleinen Studio-Ofens begann ein neuer Abschnitt: Die Studioglasbewegung setzte ein. Unabhängig von den großen Öfen der Glasfabriken waren jetzt viele Künstler in der Lage, frei geblasenes, funktions- und zweckfreies Glas zu Kunstwerken zu formen. Die individuelle Formgebung des Glases durch den Künstler verbreitete sich rasch.

Große Museen beginnen mit dem Aufbau von Sammlungen. Die Faszination der alten Materie Glas ist neu entdeckt: transparent wie Nichts oder lichtundurchlässig, glänzend wie poliertes Silber oder rauh wie Sandstein. Makellos klar, aber auch milchig getrübt oder blasig. Messerscharf oder handschmeichelnd gerundet, farbig, farblos oder schwarz. Geheimnisvoll fluoreszierend oder metallisch schimmernd.

Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich die Glasgestaltung am Ofen und danach im Atelier als künstlerische Disziplin etabliert. Sie reicht von kleinformatigen Objekten und Skulpturen bis zu raumgreifenden Installationen sowie architekturbezogenen Arbeiten.

Die Galerie B in Sinzheim/Baden-Baden hat sich auf Glas der Gegenwart und internationales Studioglas spezialisiert und ist eine begehrte Adresse für Sammler, Museen und Liebhaber zeitgenössischer Glasobjekte aus aller Welt.

Zitat von Bettina Tschumi, Kuratorin des Musée de Design et d´arts appliqués contemporains (mudac) Lausanne:  „ Die Frage, ob die Glaskulptur in den Bereich der Kunst oder des Kunsthandwerks gehört,  hat nur aus geschichtlicher Perspektive einen Sinn und ist heute nicht mehr aktuell. Solange sich das Studioglas-Movement auf der Suche nach seiner künstlerischen Identität befand, schien eine solche Frage unerlässlich, während sie sich heute erübrigt: Der Werkstoff Glas ist als künstlerisches Ausdrucksmittel voll und ganz anerkannt. Glaskreationen unterscheiden sich nicht mehr durch die Zugehörigkeit eines Künstlers zu einer bestimmten „Bewegung“, sondern sind einzig und allein das Ergebnis seines individuellen künstlerischen Schaffens.